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Ansichten und Konzepte


 

Andreas Hérm Baumgartner ist kein Nachwuchsdirigent wie viele andere. In Zeiten uniformer und vorgeprägter Karrieren und Werdegänge hat er sich als Künstler für das Besondere positioniert, dem ein individueller Zugang zur Partitur und das Musizieren als kommunikativer Akt wichtiger ist als die Mechanismen des Konzertbetriebes. Er interpretiert ein Stück nur dann öffentlich, wenn er auf alle Fragen, die ihm die Komposition stellt, die in der Gegenwart richtig scheinenden Antworten findet.

Unabdingbare Voraussetzung ist für ihn, das Werk in Ruhe in sich aufzunehmen, um die Vision hinter den Noten  „erlauschen“ zu können. Das bedeutet aber auch eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Leben des Komponisten, welche zwingend die Auseinandersetzung mit Selbstzeugnissen und begleitender Lektüre einschließt. Die werkimmanente Schwingung muss schließlich mit seiner eigenen in Einklang gebracht werden , um zu einer restlos stimmigen Deutung zu gelangen. So verführt er das Publikum, sich der Musik und deren Wirkung hinzugeben, sie zuzulassen.

Erst dann kann sie ihre wahre Kraft entfalten und zu einem Teil unseres Lebens werden: „als ein essentiell notwendiges, heilsames, aber auch prall-lebendiges und das Leben in all seinen Facetten bespiegelndes Elixier.
 
 

Begabung und Verantwortung

 

Baumgartner ist ein Dirigent, für den Begriffe wie Verantwortung gegenüber dem Komponisten und den Menschen, sowie die Suche nach der höheren Wahrheit oberstes Gebot sind: „Wenn es mir während des Konzertes gelingen würde, im Zuhörer innerlich eine Saite in Schwingung zu versetzen, so dass in ihm erste Fragen auftauchen die es notwendig machen, sich auf die Suche nach Antworten zu begeben, dann wäre ich meinem Auftrag als Künstler sehr nahe gekommen.“

Dass dies immer wieder gelingt und die Aufführungen den Stempel des Außergewöhnlichen tragen, zeigen die Reaktionen des Publikums. Künstlerische Begabung und Genialität sieht er als großes Geschenk, aber auch als nicht minder große Aufgabe: „Je größer die Begabung, desto mehr bedeutet das in jeder Hinsicht: arbeiten, arbeiten, arbeiten. Denn es gilt auch das Innere zu entwickeln und zu mehren, um zu immer tieferen Schichten der Wahrheit hinter den Noten vordringen zu können.“

So verfügt er bereits jetzt über ein ungewöhnlich umfangreiches und vielfältiges Repertoire. Neben den  deutschen Klassikern und Romantikern gilt seine Liebe dabei vor allem Beethoven, Schumann, Bruckner, Gustav Mahler und Karl Amadeus Hartmann. Dass zweien der zuletzt genannten eine Tonsprache zu eigen ist, die extreme Sensibilität mit extremer Dramatik verbindet, offenbart viel von Baumgartners Musizierhaltung.

Besonders zum Werk und zur Person Karl Amadeus Hartmanns verspürt er eine große Affinität und Nähe. Das allgegenwärtige humanitäre Moment in dessen Schaffen, als auch die konsequente Haltung während der Nazi-Diktatur („Innere Emigration“) sind ihm Vorbild und Ansporn zugleich: „In Hartmanns Musik werden Gefühle und Zustände aller Art bis ins Extrem getrieben, aber wenn gesagt wurde, was zu sagen war und wenn getan wurde, was zu tun war, dann leuchtet über allem etwas auf und dieses Etwas ist unendlich zärtlich, wohltuend und Kraft spendend: man könnte es auch Hoffnung nennen.“

 

 

Neue Konzertformen

 

Dass sich Baumgartners künstlerisches Ethos und seine ganzheitliche Werksicht im Rahmen herkömmlicher, festgefügter Konzertrituale nicht leicht realisieren lassen, liegt auf der Hand. Mit prominenten Mitgliedern des Bayerischen Staatsorchesters gründete er das Kairos Ensemble, dessen Chefdirigent er bis heute ist. Mit seinen Musikern hat er  konsequent neue Konzertformen entwickelt und so seine Ideen und Vorstellungen über eine neuartige Musikrezeption und das Verhältnis zwischen Künstler und Publikum zum Thema gemacht.

Mit der Konzertreihe „Blick zurück nach vorn“ schuf er sich in München eine eigene „Plattform“, um seine Ideen umsetzen zu können. Dabei wird nicht nur die sonst übliche Trennung zwischen Ausführenden und Zuhörern aufgehoben und die Gemeinsamkeit betont, sondern auch mehrere Sinne einbezogen. Ziel ist die Intensivierung der Erlebnisfähigkeit des Zuhörers.

Die Auswahl und Gestaltung des Konzertraumes ist dabei ebenso wichtig wie das Wissen um die Bedeutung der Vermittlerrolle des Interpreten zwischen Komponist und Publikum, gerade bei der Musik des 20. Jahrhunderts: "Sich mit der Musik der Moderne auseinander zu setzen ist notwendig. Sie bespiegelt das aktuelle Leben, wirft Fragen auf und bietet im besten Fall Lösungen an.“

Vor allem die jüngere Generation von Künstlern sollte es sich zur Aufgabe machen, die Menschen für moderne Musik zu begeistern und die immer noch großen Erfahrungslücken zu schließen. Diese bestehen auch und gerade noch im Falle der vom Nationalsozialismus unterdrückten und als "entartet" diffamierten Komponisten. Anders als etwa die bildenden Künstler hatten diese auch nach dem Krieg keine Lobby, so dass ihre Werke in Vergessenheit gerieten.

Hier setzt Baumgartner an und sieht es als seine künstlerische Pflicht, sich immer wieder auf die Suche nach qualitativ hochwertigen, aber abseits des üblichen Repertoires stehenden Werken zu machen, sie „auszugraben“ und zur Diskussion zu stellen.

Das für ihn jeden musikalischen Aspekt bestimmende Prinzip des „Werdens und Vergehens“ gilt auch hier, denn: „man muss um die Vergangenheit wissen, will man die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten können.“
 
 

"Blick zurück nach vorn"

 

Die Konzertreihe "Blick zurück nach vorn" bildet die Quintessenz und die konkrete Umsetzung dieser Gedanken. Zunächst boten die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit der Neuen Pinakothek und der Pinakothek der Moderne den idealen Rahmen, um durch thematische Zusammenhänge die ausgewählten musikalischen Werke mit den Bildern von Picasso, Beckmann, Corinth und anderen in Beziehung zu setzen und ein ganzheitliches sinnliches Erleben zu ermöglichen.

 

Mit dem Umzug nach Schloss Nymphenburg im vergangenen Jahr rückte der Gedanke eines exemplarischen Komponisten-Porträts ins Zentrum der Konzeption: Es entstand der viel gepriesene Karl-Amadeus-Hartmann-Zyklus. Die visuelle Ergänzung der Konzerte bildeten hierbei Exponate aus dem malerischen und bildhauerischen Werk des früh gefeierten Hartmann-Bruders Adolf. Zudem machte Richard Hartmann, der Sohn des Komponisten, die Zuhörer durch kurze Vorträge mit den verschiedenen Lebensabschnitten seines Vaters vertraut und verdichtete den rein musikalischen Eindruck zu einem plastischen Gesamterlebnis.

Sowohl in den Pinakotheken als auch im Hubertussaal waren kurze Einführungen des Dirigenten in die „Welt“ der Künstler, der Werke und deren Rezeption ein fester Bestandteil der Konzerte. Über die reine Information hinaus wird hier in persönlichen Worten eine Atmosphäre der Offenheit geschaffen und ein individueller Zugang erleichtert.

Dank der innovativen Konzeption und dem hohen musikalischen Niveau, genießt „Blick zurück nach vorn“ inzwischen den Ruf als eine der kreativsten und aufregendsten Konzertreihen und ist aus dem sonst so konservativen München nicht mehr wegzudenken. In der Presse wird sie mit Attributen wie

"Wahre Sinnesfreude" (Süddeutsche Zeitung),
"Die intelligenten Konzertreihe" (TZ München), oder
"Überirdisch" (Süddeutsche Zeitung) gefeiert.
"Junger Hoffnungsträger unter den Dirigenten" (Theatermagazin Applaus)

 

 

  

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Views and Conceptions

 

"A young Carlos Kleiber!"  International Festival of Music Gramado (Brasil)


Andreas Hérm Baumgartner isn't just an up-and-coming conductor like many others. In times of uniformed and predestinated careers he has found a special position for himself regarding an individual access to scores and to playing music as an act of communication and as more important than the mechanism of "running" concerts. He is only ready to interprete music in public when he has found an adequate answer - for the present time - to all the questions provoked by a composition.

To Baumgartner, it's an absolute pre-requirement to absorb a comosition in calmness to hear the vision "behind" the notes. And this also means booking very closely at the composer's life which necessarily includes an analysis of authentic and testifying material, and secondary literature. There must be an accordance between the composer's personality and the vibration of his work to reach an absolutely corresponding interpretation. Thus he leads the audience to abandon themselves to the music and its effect.

 

It's not until then that music can show its true power and become part of our life:"as an essentially necessary and salutary elixir, yet also bursting with life and reflecting life with all its facets."

 

 

Gift and responsibility

 

Baumgartner is a conductor who considers terms like responsibility towards composers and audience as well as the search for a higher truth as a supreme principle. "If I succeeded - during a concert - in making vibrate one inner string of my listener, so he starts asking himself questions which in turn will make him look for answers, I would get very close to my task as an artist."

The reactions of the audience give evidence that he succeeds in doing this and that, his performances are featured by the extraordinary. To him, an artist's talent and genius mean enormous gift and nontheless an enormous task: "The more gift one has got the more it means in every respect: work, work, work.... since it is indispensable to develop and grow inside to be able to get deeper into the layers of truth behind the notes".

Thus he has worked himself up to an unusual amount and variety of his musical stock. Apart from the german classics and romantics Baumgartner has devoted himself in particular to Beethoven, Schumann, Bruckner, Mahler and Karl Amadeus Hartmann. Referring to the two latter ones whose musical language combines extreme sensitivity with an equally extreme dramatism, Baumgartner's attitude towards performing music reveals itself quite distinctly. He feels a special affinity and closeness toward Karl Amadeus Hartmann as a person and, of course, towards his compositions.

 

The ever-present humanitarian elements within Hartmann's creations as well as his consequent attitude during the Nazi-dictatorship ("inner emigration") have become both exemplary and incentive for Baumgartner: "In Hartmann's music emotions and situations of all kinds are driven to their utmost borders. Yet if everything that was to be expressed has been expressed and everything that had to be done was done there is a radiance above everything, and this glow is infinite in its tenderness, beneficence and strength: you might also call it hope."

 

 

New concert forms

 

It's obvious that Baumgartner's artistic ethics and his striving for entirety can't easily be put into effect within the frame of traditional and firm concert rituals. He founded the "Kairos Ensemble" with prominent members of the Bavarian State Orchestra and has been its chief conductor until today. Together with his musicians he has consistently developed new concert forms and thus made his ideas and conceptions of a new reception of music and of the relationship between artist and audience  central theme.

With his series of concerts titled "Looking Back Forward" he created a platform of his own in Munich in order to be able to translate his ideas into action. Hereby not only the usual separation between performers and audience is abolished and emphasis laid upon mutuality, but also the different senses are getting involved which all aims at the intensification of the audience's receptivity to experiences. At the same time the choice and lay-out of a concert hall is just as important as the knowledge about the interpreter's significance while connecting composer and audience - in particular by means of 20th century music: "It's necessary to deal with Modern Age Music. It reflects actual life, brings up questions and - at best - offers solutions."

Mainly the younger generation of artists ought to make it a task to arrouse people's enthousiasm for modern music and to till their gaps of experience. These still exist to a large extend and as a long-term consequence of the National-Socialists suppressing and defaming artists as "degenerated (entartet)".

Different from the fine artists the composers of that time didn't even habe a lobby after the war so that their works fell into oblivion. And this is the starting point for Baumgartner considers a duty as an artist to keep searching for works of high quality which, however, are offside the usual repertory in order to "dig them out" and make them available to discussing.

 

According to him the principle of "coming and going" - which is decisive for any musical aspect - is also true here "since you must know about the past if you want to understand the present and give future a shape."

 

 

"Looking Back Forward"

This concert series represents the quintessence and a concrete translation of the thoughts and ideas mentioned above. At the beginning the Bavarian State Galleries ("Neue Pinakothek", "Pinakothek of Modern Art") provided the ideal frame for thematic interrelations between a choice of musical works and aintings by Picasso, Beckmann, Corinth and others, and in this way to facilitate an integration of a different sensual experiences.

Moving to Nymphenburg Castle two years ago made it possible to find a centre for the concept of an exemplary portraying of composers: it was the beginning of the much-praised Karl-Amadeus-Hartmann-Cycle. Exhibits of his celebrated brother Adolf Hartmann's paintings and sculptures served as a visual accomplishment. In addition to that, Hartmann's son Richard acquainted the audience with different periods of the composer's life by giving short lectures. So the musical impressions were intensified to become a vivid overall-experience.

In the State Galleries and in Nymphenburg Castle the conductor's short introductions into the artists' world, into their works and their reception have become a regular essential part of these concerts.

Beyond pure information these personal words create an atmosphere of openness and enable an individual approach.

Thanks to its innovativ conception and its high musical level "Looking Back Forward" has gained the reputation as one of the most creative and most exciting musical series in concert and can't be pictured out any more.

 

 

The media celebrate it commenting:

"Real festival of senses" (Süddeutsche Zeitung)

"Intelligent concert cycles" (TZ, Munich) or

"Heavenly" (Süddeutsche Zeitung)

"Young Hope among Conductors!" (Theatemagazin "Applaus")

 

 

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